Was will Europa?

laika diskurs
Srećko Horvat / Slavoj Žižek: Was will Europa? – Rettet uns vor den Rettern
ISBN: 
978-3-942281-68-3
Erschienen Oktober 2013
Preis: 
14,90 €
ca. 140 Seiten

Am 1. Juli trat Kroatien als 28. Staat der Europäischen Union bei. Laut den Altstaaten in der EU ist für andere Staaten die Mitgliedschaft offen, wenn sie sich an die europäischen Grundwerte annähern. Aber was sind die Grundwerte in Europa? Rettungsschirme für Banken und Wohnungsräumungen für arbeitslos gewordene Familien, die damit vor dem existenziellen Nichts stehen? Spardiktate und Privatisierungsrunden wie in Griechenland, wo die Staatsverschuldung – Grund für die Spardiktate – nach den Interventionen der Europäischen Zentralbank und dem IWF von 105% auf über 170% des Bruttoinlandsprodukts gestiegen ist? »Anpassungen« der Demokratie an Wirtschaftserfordernisse, wie es Angela Merkel propagiert?

Srećko Horvat und Slavoj Žižek stehen dem EU-Beitritt Kroatiens sehr kritisch gegenüber. Ihre hier versammelten Beiträge verstehen sich als Interventionen in politische Prozesse, die derzeit Europa kennzeichnen.

 

Srećko Horvat ist einer der führenden Philosophen und Intellektuellen der jüngeren Generation in Kroatien. Er wurde 1983 in Osijek geboren, lebte die ersten sieben Jahre seines Lebens im Exil in Deutschland und kehrte 1990 nach Kroatien zurück. Er hat keinen festen Wohnsitz, lebt – nach eigener Aussage – nirgendwo und überall. Horvat hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, die in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen Die Radikalität der Liebe (LAIKA, 2016), Welcome to the Desert of Post-Socialism: Radical Politics after Yugoslavia (zusammen mit Igor Štiks, Verso, 2015) und What Does Europe Want? (zusammen mit Slavoj Žižek, Columbia University Press, 2014). Im LAIKA-Verlag erschien außerdem Nach dem Ende der Geschichte – Vom Arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung (2013). Horvats Artikel erscheinen regelmäßig im Guardian, in Al Jazeera und in der New York Times. Er hat am Weltsozialforum und an verschiedenen Besetzungen teilgenommen (von Occupy Wall Street bis hin zu Versammlungen in Bosnien) und ist einer der Gründer des Subversive Festival in Kroatien. Gegenwärtig beteiligt sich Horvat – zusammen mit dem ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis – aktiv an der Bewegung Demokratie in Europa 2025 (DiEM25).

 

Slavoj Žižek, 1949 in Ljubljana geboren, ist Soziologe, Philosoph, nicht-praktizierender Psychoanalytiker und Kunstkritiker. Von 1981 bis 1985 studierte er an der Universität Paris VIII bei Jacques-Alain Miller, einem Schüler des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan. Žižek lehrt an der Universität in Ljubljana/Slowenien und ist derzeit International Director des Birkbeck-Institute for the Humanities an der Universität in London.

Bekannt wurde Žižek durch seine einflussreiche Übertragung und Weiterentwicklung der Psychoanalyse Jacques Lacans in das Feld der Populärkultur und der Gesellschaftskritik. Er selbst bezeichnet sich als »altmodischen Marxisten« und »Linksradikalen«. Zu seinen Themen gehören der Deutsche Idealismus, Hegel, Marx, der Poststrukturalismus, die Medientheorie, der Feminismus und die Cultural Studies.

Žižek gilt als einer der bedeutendsten Intellektuellen der Linken. Der New Statesman sprach Žižek nach dem Tod von Jacques Derrida 2004 und Jean Baudrillard 2007 die Rolle des weltweit prominentesten Philosophen und Kulturtheoretikers zu. Für den Literaturtheoretiker Terry Eagleton ist er einer der brillantesten europäischen Vertreter der Psychoanalyse und der Kulturtheorie im Allgemeinen; und der New Yorker würdigte ihn als einen Kritiker von großer Kühnheit.

Pressestimmen: 

»Der gängigen Lesart, der zufolge die EU in ein Zentrum und seine Peripherie gespalten ist, in reiche und arme, faule und fleißige Mitglieder, wird hier, und das ist wichtig, weil man das hierzulande viel zu wenig hört, eine Analyse gegenübergestellt, die zeigt, dass die eigentliche Spaltung zwischen europäischen Geldeliten und ganz normalen Europäern verläuft.«

Barbara Eisenmann, SWR 2