Nach dem Ende der Geschichte

laika diskurs
Srećko Horvat: Nach dem Ende der Geschichte – Vom arabischen Frühling zur Occupy-Bewegung
ISBN: 
978-3-942281-45-4
Erschienen März 2013
Preis: 
22 €
ca. 275 Seiten

Selten sind Francis Fukuyama und Slavoj Žižek, Stéphane Hessel und Amos Oz, Michael Hardt und Gayatri Spivak, Terry Eagleton und Zygmunt Bauman, Tariq Ali und Gianni Vattimo in einem Buch versammelt. Selten hat jemand mit den führenden Intellektuellen der Gegenwart Gespräche geführt, die nicht nur bekannte Thesen offenbaren, sondern auch eine echte Auseinandersetzung anbieten.

Horvats Buch thematisiert die neuesten sozialen Bewegungen und Veränderungen vom Arabischen Frühling bis hin zur Occupy-Wall-Street-Bewegung, off enbart die Schwachpunkte des heutigen Systems und bietet Strategien an, es zu bekämpfen. Das Buch soll weder als Selbsthilfe für den Kapitalismus noch als wohlwollende Genossen-Kritik an der liberalen Demokratie oder als Präsentation eines »Dritten Weges« begriff en werden.

Nach dem Ende der Geschichte ist vielmehr eine intellektuelle Suche nach einer wahrhaften Alternative zum liberalen Kapitalismus. Dort, wo die Linke scheitert, werden die Tore für die faschistische Variante des Kapitalismus weit geöff net. Dennoch: Es herrscht zwar ein großes Chaos unter dem Himmel, aber die Bedingungen, ihm entgegenzuwirken, sind exzellent.

 

Srecko

Srećko Horvat ist einer der führenden Philosophen und Intellektuellen der jüngeren Generation in Kroatien. Er wurde 1983 in Osijek geboren, lebte die ersten sieben Jahre seines Lebens im Exil in Deutschland und kehrte 1990 nach Kroatien zurück. Er hat keinen festen Wohnsitz, lebt – nach eigener Aussage – nirgendwo und überall. Horvat hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, die in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen Die Radikalität der Liebe (LAIKA, 2016), Welcome to the Desert of Post-Socialism: Radical Politics after Yugoslavia (zusammen mit Igor Štiks, Verso, 2015) und What Does Europe Want? (zusammen mit Slavoj Žižek, Columbia University Press, 2014). Im LAIKA-Verlag erschien außerdem Was will Europa – Rettet uns vor den Rettern (zusammen mit Slavoj Žižek, LAIKA, 2013). Horvats Artikel erscheinen regelmäßig im Guardian, in Al Jazeera und in der New York Times. Er hat am Weltsozialforum und an verschiedenen Besetzungen teilgenommen (von Occupy Wall Street bis hin zu Versammlungen in Bosnien) und ist einer der Gründer des Subversive Festival in Kroatien. Gegenwärtig beteiligt sich Horvat – zusammen mit dem ehemaligen griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis – aktiv an der Bewegung Demokratie in Europa 2025 (DiEM25).
 

Pressestimmen: 

»›Eine kognitive Landkarte der Zeit‹ solle sein Buch sein, so Horvat. Und in den substanziellen, über den Tag hinausgehenden Aussagen eines Tariq Ali oder eines Michael Hardt wird der Band diesem Anspruch durchaus gerecht. Schließlich werden von der Krise der Demokratie und des Neoliberalismus bis zur Analyse globaler sozialer Bewegungen in unterschiedlichen Ländern große Bögen geschlagen und historisch eingeordnet. (...) Doch auch wenn Occupy-Aktivisten und Indignados heute nicht mehr in den Innenstädten von New York und Madrid campieren, ist die Frage nach den Möglichkeiten der neuen Protestbewegungen aktueller denn je.« Florian Schmidt, Der Freitag

»Dieses Buch (ist) lesenswert, nicht nur wegen der klugen Fragen des jungen kroatischen Philosophen, sondern um der Antworten willen, die weniger auf Aktuelles als auf Grundsätzliches hinweisen wollen, wie er in seinem Vorwort zur deutschen Ausgabe schreibt. (...) Eigentlich sind es zwei Fragen, die Srecko Horvat miteinander verbindet: Welche Alternativen gibt es zum liberalen Kapitalismus? Und wie lässt sich die Krise der repräsentativen Demokratie überwinden? (...) Noch ist die These vom "Ende der Geschichte" nicht bewiesen, nicht sicher, ob sich Freiheit und Demokratie behaupten werden und wie sich der Kapitalismus entwickelt könnte. Pointiert und strukturiert jedoch führt der junge Philosoph Srecko Horvat durch die Gedankenwelt seiner meist älteren Kollegen.« Mandy Schielke, Deutschlandradio Kultur

»Srecko Horvats Interviewband ist in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Buch. Fernab davon, nur eine weitere katastrophale Krisendiagnose zu zeichnen, bietet er einen analytischen Problemaufriss – der sich in Stoßrichtung und Rhetorik stark dem gegenwärtigen Slavoj Žižek anverwandelt – und verwickelt daran anknüpfend eine ganze Riege der gegenwärtig einflussreichsten Intellektuellen ins Gespräch. (...) In Radikalität und Schwerpunkt verschieden, kommen so unterschiedlichste Visionen zu Wort, die in bemerkenswerter Weise den Spagat schaffen zwischen der Besonderheit der Perspektive (sowie der dafür stehenden Person) und der Verantwortung für die Aufgabe. Es wird persönlich, ohne Götzenanbetung, und es geht um die Sache, ohne die Widersprüche auszublenden. So vielfältig wie die Protagonist_innen sind auch die behandelten Themen: von den jüngsten Protesten bis zu allen möglichen Eckdaten des vergangenen Jahrhunderts. Darin liegt tatsächlich die große Stärke Horvats, der mit allem vertraut zu sein scheint und als wunderbarer Mediator einer fragenden und, wie Hessel sagen würde, empörten Generation fungiert.« Alexander Struwe, Portal Politikwissenschaft