Leo Koflers Philosophie der Praxis

LAIKAtheorie
Band 38:
Christoph Jünke: Leo Koflers Philosophie der Praxis – Eine Einführung
ISBN: 
978-3-944233-33-8
Erschienen März 2015
Preis: 
18,90 €
232 Seiten

Der deutsch-österreichische Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosoph Leo Kofler (1907–1995) steht für einen »unverstümmelten, lebendigen Marxismus« (Oskar Negt). Zeitlebens hat er sich mit Themen der Geschichte und Gegenwart, der Philosophie- und Ideologiekritik, der Anthropologie und Ästhetik auseinandergesetzt. Der Autor und Kofler-Biograf Christoph Jünke nähert sich in diesem Band der anhaltenden Aktualität des sozialistischen Humanisten, verdeutlicht die Konturen seiner Philosophie der Praxis und spannt dabei einen Bogen von der sozialistischen Klassik bis zum Postmodernismus.

Leo Kofler war ein herausragender Vertreter des deutschen Nachkriegsmarxismus. Geboren im österreichisch-ungarischen Ostgalizien, aufgewachsen im »Roten Wien« der Zwischenkriegszeit und während Faschismus und Krieg in der neutralen Schweiz interniert, wurde er 1947 an die Universität Halle berufen und musste als scharfer Bürokratiekritiker Ende 1950 nach Westdeutschland fliehen. Mit seinem Versuch, die marxistische Theorie dem 20. Jahrhundert entsprechend weiterzuentwickeln und die sozialistische Bewegung auf die Höhe der neokapitalistischen Zeit zu heben, machte sich der an Max Adler und Georg Lukács geschulte »heimatlose Linke« seit den 1950er-Jahren zu einem wichtigen Vermittler zwischen alter Arbeiterbewegung und Neuer Linker, bevor er Anfang 1991 schwer erkrankte und 1995 in seiner Wahlheimat Köln starb.

 

Christoph Jünke, Jahrgang 1964, hat nach seinem Studium an den Universitäten in Köln und Bochum lange Zeit als politischer Journalist gearbeitet und ist danach in die politische Wissenschaft, Abteilung Geschichtswissenschaft, gewechselt. Er arbeitet heute an der Fern-Universität Hagen, ist Vorsitzender der Leo Kofler-Gesellschaft (www.leo-kofler.de) und Autor sowie Herausgeber diverser Bücher. Bei LAIKA erschienen 2014 seine Streifzüge durch das rote 20. Jahrhundert.

Pressestimmen: 

»Jünke lässt Leo Kofler (1907-1995) nicht los. Nach einer umfassenden Biografie (2007) und zwei Sammelbänden (2001 und 2011) folgt nun die erste Einführung in das Denken des linken Außenseiters. (...) Jünke betont die Stärken und benennt Koflers Schwächen und Fehler. (...) Es handelt sich um eine gelungene, lesenswerte und sprachlich elegante Einführung, die die Leserschaft motiviert und ihr die Mittel in die Hand gibt, sich eigenständig und tiefgehender mit Kofler auseinanderzusetzen, ohne dabei den Weg vorzugeben. Ob sich die Hoffnung Jünkes erfüllt, eine wie auch immer geartete kleine ›Renaissance‹ Koflers einzuleiten, ist fraglich, aber die eine oder andere Arbeit, die sich mit dessen Aktualität auseinandersetzt, wäre zu begrüßen. Überzeugende Anhaltspunkte hat Jünke hiermit vorgelegt.«
Sebastian Klauke, Z. Zeitschrift für marxistische Erneuerung

 

 

 

»

Jünke ist mit Leo Koflers Philosophie der Praxis eine knapp gehaltene Einführung gelungen. Zusammen mit dem Sammelband Zur Kritik bürgerlicher Freiheit ist sie eine gute Wahl, um Koflers Marxismus zu entdecken. Angesichts der Dominanz pessimistischer Ideen (auch in der Linken) kommt dieses Buch zur rechten Zeit.«
Alexander Schröder, Marx21

 

 

 

»rundum gelungen und lesenswert«
Ulrich Leicht, Labournet.de

 

»In allen Fragen erweist sich Jünke nicht nur als profunder Kenner ›seines‹ marxistischen Philosophen, Soziologen und Ästhetikers Kofler, sondern auch als kompetenter und streitbarer Geist […]«
Werner Jung, literaturkritik.de

 

»Jünke schafft mit seinem Band über Koflers gescheiterte Theorie eine reichhaltige Grundlage für Überlegungen darüber, welche Fallstricke überwunden werden müssen, wenn von der Aktualisierung eines philosophischen Problems eine neue politische Praxis abgeleitet werden soll.«
Florian Geissler, Portal für Politikwissenschaft

 

»Es ist das Verdienst der vorliegenden Einführung, dass Jünke mit ihr (...) Lust auf die Lektüre Koflers im Original und die Auseinandersetzung mit seinen Schriften weckt. An dieser Stelle sei nur auf die fundierte Stalinismus-Kritik hingewiesen. Bekanntermaßen werden die großen theoretischen Leistungen in der Regel nicht von und durch die Großorganisationen erarbeitet; sie kommen eher von deren Rändern, in Auseinandersetzung mit der gerade gültigen ›Massenlinie‹. Kein Zweifel: diese ist auch heute unverzichtbar. Helfen kann dabei ein gründlicher Blick in Koflers Werk.«
Volkmar Wölk, Links!