Laika Verlag

Daniel Bensaïd: Walter Benjamin. Links des Möglichen

Band 47:
ISBN
978-3-944233-18-5
Erschienen März 2015
Preis
24,00 €
ca. 200 Seiten

Dieses kurz nach dem Fall der Mauer erschienene Buch des Philosophen und Aktivisten Daniel Bensaïd (1946–2010) markierte einen Wendepunkt im theoretischen und politischen Werdegang des Autors. Walter Benjamin lieferte notwendige Ansatzpunkte zur Reformulierung eines revolutionären und strategischen Denkens in einer Periode der Niederlage, als der Neoliberalismus zu triumphieren schien.

Im Dialog mit Walter Benjamin fordert Bensaïd, sich dem jüdischen Messianismus und dem unerwartet eintreffenden Ereignis zu öffnen. Er plädiert dafür, sich an die Besiegten der Geschichte zu wenden, um sie in die Kräfte der zukünftigen Revolution zu integrieren. Bensaïd rehabilitiert einen politischen Walter Benjamin gegenüber einer dominanten literatur- und kunstwissenschaftlichen Rezeption.

 

Daniel Bensaïd, geboren 1946 und gestorben am 10. Januar 2010, war Professor für Philosophie an der Universität Paris VIII, einer der bekanntesten Protagonisten der französischen Studentenbewegung, marxistischer Philosoph und trotzkistischer Politiker. Er gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken.
Bei LAIKA erschien von Daniel Bensaïd auch Die Enteigneten – Karl Marx, die Holzdiebe und das Recht der Armen (2012).

Pressestimmen

»Das Buch ist Studie eines dissidenten Denkens und dabei selbst ein Stück widerständige theoretische Literatur, einerseits hochgelehrt, andererseits poetisch. Eine Studie, die ihre Gegenstände in literarischer Mehrdeutigkeit umkreist, in motivischen, sogartigen Schleifen große Zeiträume erfasst und so vielschichtig herauszuarbeiten vermag, was Geschichte, materialistisch gedacht, ist, was also geschichtsphilosophisches Denken ist. Keine additive Abfolge von Ereignissen.«

Barbara Eisenmann, SWR 2

 

»Das jüngst in Deutsch erschienene Buch des unlängst verstorbenen Hochschulprofessors und politischen Aktivisten reiht sich nicht ein in die Flut der Bücher über den Kunsttheoretiker Walter Benjamin, sondern versucht dessen politisches Denken zu rekonstruieren und für die Reformulierung einer revolutionären Strategie (...) wiederzubeleben. (...) Ein nicht einfach zu lesendes, aber lohnenswertes Buch (...).«

Günter Meisinger, Neues Deutschland