Laika Verlag

 

Laika Verlag

Ausgrenzung und Herrschaft

Band 11:
ISBN
978-3-942281-36-2
Erschienen März 2013
Preis
24,90 €
280 Seiten

Innerhalb einer bemerkenswert kurzen Zeitspanne haben sich die Sozialverhältnisse auch in den Metropolenländern dramatisch verändert. Die Armutsquote hat in Deutschland die 20-Prozent-Marke erreicht und eine ebenso große Gruppe ist beständig vom sozialen Absturz bedroht.

Die Lebensverhältnisse sind bis weit in »mittlere« Soziallagen hinein von zunehmender Unsicherheit, oft auch Perspektivlosigkeit geprägt. Wie in früheren Zeiten des Kapitalismus reicht für viele auch eine ganztätige Erwerbsarbeit nicht mehr zum Lebensunterhalt. Über diese Verarmungstendenzen in weiten gesellschaftlichen Bereichen und die zunehmenden Ausgrenzungsprozesse kann auch eine ideologisch angepasste Sozialwissenschaft nicht mehr schweigen. Forschungen über soziale Randständigkeit haben sich sogar zu einem akademischen Gewerbezweig entwickelt, der wichtige Einzelaspekte erhellend bearbeitet hat, oft aber auch bemüht ist, die Ursachen der sozialdestruktiven Entwicklungen zu verschleiern: Die Prekarisierungs-, Spaltungs- und Ausgrenzungsprozesse werden – der Faktenlage zum Trotz – als Entwicklungen jenseits der Klassenspaltung interpretiert.

Aber erst durch einen klassentheoretisch fundierten Blick wird deutlich, dass die durch die  »Arbeitsmarktreformen« bewirkten sozialen Entwurzelungen Konsequenzen eines neuen Modus sozialer Herrschaft sind.

 

werner seppmannWerner Seppmann (geb. 1950) hat nach Berufstätigkeit und »zweitem Bildungsweg« Sozialwissenschaften und Philosophie studiert. Langjährige Zusammenarbeit mit Leo Kofler. Vorstandsmitglied der Marx-Engels-Stiftung. Zahlreiche Veröffent- lichungen zur Sozialstrukturanalyse, Marxismusforschung, Dialektischen Philosophie, Ideologietheorie, Kritischen Gesellschaftstheorie, Klassenanalyse und Kultur- soziologie. Im Laika-Verlag sind zuletzt erschienen: Subjekt und System. Der lange Schatten des Objektivismus (2011) sowie Dialektik der Entzivilisierung. Krise, Irrationalismus und Gewalt (2011).

Pressestimmen

»Seppman weist die Verschärfung von Konkurrenzverhältnissen, den gestiegenen Aufwand zur Reproduktion der Verhältnisse, modernisierte Regulationsweisen und den Fall der Profitrate als Ursachen für die Entwicklung des Neoliberalismus aus. Gerade die Armuts , Krisen  und Herrschaftserfahrungen von Protagonisten, die sich nicht unmittelbar in einem kapitalgesteuerten Produktionsprozess befinden (prekäre Universitätsangestellte, Kulturschaffende, internationale Konflikte, Opfer asymmetrischer Kriegsführung), könnten vor diesem Hintergrund besser verstanden werden.«
Florian Geisler, pw – Portal für Politikwissenschaft