Das Deutsche Volk klagt an. Hitlers Krieg gegen die Friedenskämpfer in Deutschland

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Das Deutsche Volk klagt an. Hitlers Krieg gegen die Friedenskämpfer in Deutschland
ISBN: 
978-3-942281-20-1
Erschienen März 2012
Preis: 
24,90 €
410 Seiten

»Bereits 1933 wusste man alles...«, so schreibt der französische Historiker Lionel Richard im Vorwort zur Neuauflage dieses bedeutenden Buches der deutschen Exilpresse. 1936 in Paris »anonym« erschienen, um die Familien der Mitarbeiter vor der Verfolgung der Nationalsozialisten in Deutschland durch deren »Sippenhaft« zu schützen, berichtet dieses Buch nahezu minutiös von der nationalsozialistischen Unterdrückung, Gewalt und Zerstörung. Die »Gefahr millionenfachen Todes in einem neuen Krieg« liegt den Autoren bereits klar vor Augen, der Massenmord an den Juden ist in der antisemitischen Hetze bereits als Generalbefehl angekündigt.

Herausgegeben wird diese nun erstmals in Deutschland erscheinende Materialsammlung über den Naziterror von 1933 bis 1936 von Katharina Schlieper, der Tochter von Maximilian Scheer, der damals die Auswahl der Berichte traf und sie durch seine entlarvenden Texte zu diesem beeindruckenden Tatsachenbuch zusammenfügte, indem er systematisch die bewusst verschwiegenen  Zusammenhänge, Hintergründe, Verletzungen des Völkerrechts und Pläne des Regimes offenlegte.

Die Neuausgabe enthält das Vorwort aus der Originalausgabe von Romain Rolland sowie ein einleitendes Vorwort des französichen Historikers Lionel Richard und von Katharina Schlieper. Beigelegt ist dem Buch der Reprint der Übersichtskarte über die Konzentrationslager, Zuchthäuser und Gefängnisse in Deutschland von 1936. Weiter enthält die Neuauflage das Faksimile der Besondere Lagerordnung für das Gefangenen-Barackenlager Esterwegen und der Disziplinar- u. Strafordnung für das Gefangenenlager, jeweils 1.8.1934. Schließlich enthält das Buch einen ergänzenden Beitrag zu Willi Münzenberg, der im Pariser Verlag Editions du Carrefour auch die Herausgabe dieses Buches organisierte.

Lagerkarte 1936

Pressestimmen: 

»Die Anklage wird 1936 erhoben, aus dem Pariser Exil des Autors Maximilian Scheer, der in Deutschland noch Schlieper hieß und diese Anklageschrift mit namentlich unbenannten Mithelfern veröffentlichte. Für die ersten 40 Monate nach der sogenannten Machtergreifung Adolf Hitlers werden von Januar 1933 bis Anfang 1936 Fakten dokumentiert, die das nationalsozialistische Deutschland als entfesselte Mörderbande entlarven. Das, was dabei besonders bedrückt, ist der Umstand, dass die meisten der sorgfältig und systematisch zusammengetragenen Fakten aus Quellen stammen, die in Deutschland öffentlich zugänglich waren. Man musste nur lesen und sehen können. (...) Warum nun erscheint im Jahr 2012 erstmals dieses Buch in Deutschland – als Reprint im Laika-Verlag? Die Erkenntnisse erstaunen heute niemanden, sie sind öffentliches Allgemeingut. Heute! Zu belegen aber ist, dass bereits 1936 klarer Verstand die größte Katastrophe der Menschheit mutig und gewissenhaft dokumentierte bzw. voraussah.«
Peter-Alexis Albrecht, Deutschlandradio Kultur, »Lesart«

»Bei aller Ungenauigkeit im Detail, die angesichts der Entstehungsbedingungen des Textes nicht zu vermeiden war, liefert diese Dokumentation authentisches Material über die Wirklichkeit des deutschen Faschismus, das in seiner Eindringlichkeit und Konkretheit keinen Zweifel lässt an dem verbrecherischen Charakter und die kriegstreiberische Rolle des Nazismus.« 
Ulrich Schneider, Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V.

 

»Der Journalist Maximilian Scheer, der eigentlich Walter Schlieper hieß, geriet während des Dritten Reichs früh in das Visier der Nazis. Er musste daher nach Paris emigrieren. Dort sammelte er alle ihm erreichbaren Fakten über das NS-Regime und stellte sie zu einem Buch zusammen, das 1936 in Paris zuerst in Deutsch und dann in Französisch unter dem Titel „Das deutsche Volk klagt an“ erschien.  Ein deutscher Verlag legt das Exildokument jetzt erstmals wieder vor. Das aufregende Werk beweist zweierlei: Erstens: der Unterdrückungsapparat wurde mit Wucht in Gang gesetzt und perfektioniert. Zweitens: die Deutschen marschierten dem Diktator nicht so geschlossen hinterher, wie stets angenommen wird. Zumal in der Arbeiterschaft und in den Betrieben war der Widerstand beträchtlich.«
Werner Birkenmaier, Stuttgarter Zeitung