Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63, Ludwigshafen
14. September 2016
19 Uhr

Buchvorstellung und Gespräch
Mittwoch, 14. September, 19 Uhr
Ernst-Bloch-Zentrum, Walzmühlstraße 63

Im Rahmen der Reihe »Das utopische Gespräch«

Mit Luciana Castellina und Thomas Seibert

  

»Kein Aufbruch, kein Europa – über das Scheitern des europäischen Projekts«

Luciana Castellinas Buch »Die Entdeckung der Welt« ist das Zeugnis einer jungen Frau im Aufbruch, in einer Zeit, in der nach dem Faschismus und der Shoa auch die europäischen Gesellschaften neu aufbrechen mussten. Anhand ihrer Lebensgeschichte stellt sich die Frage, warum dieser Aufbruch gescheitert ist – ein Scheitern, das Stéphane Hessel, Vertreter der Résistance, zu dem Aufruf "Empört Euch" veranlasste. Darin attackiert Hessel die Missachtung der Werte dieses Aufbruchs durch den global herrschenden Kapitalismus. Krieg, Renationalisierung, soziale Kälte und Entsolidarisierung prägen das heutige Erscheinungsbild der Gesellschaft, die weiterhin ihrer sozial bestimmten Neuerfindung harrt.

Der Philosoph Dr. Thomas Seibert diskutiert darüber mit Luciana Castellina.

Luciana Castellina, geboren 1929, ist Journalistin und Schriftstellerin, Mitgründerin der Zeitung il manifesto, aber vor allem kämpferische Politikerin und seit den 1960er-Jahren eine der führenden Persönlichkeiten der italienischen Linken. Mit »Die Entdeckung der Welt« war sie 2011 in Italien für den Literaturpreis Strega nominiert.

Dr. Thomas Seibert ist Aktivist, Philosoph und Autor. Er arbeitet als Referent im Bereich Südasien für medico international, ist im Wissenschaftlichen Beirat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und seit vielen Jahren politisch aktiv in der Interventionistischen Linken. Er ist außerdem Vorstandssprecher des Instituts Solidarische Moderne.

Eine Veranstaltung des Laika Verlags und des Ernst-Bloch-Zentrums in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz  und teorema e. V.

Fotos: Castellina ©Daniele Segre, Seibert ©Katrin Schilling