Verursachen das Aufkommen des Kapitalismus und sogar die Zivilisation mehr Gewalt als sie verhüten? Ist Gewalt schon in der einfachen Idee des Fremden enthalten, und wo könnte eine angemessene Form von Gegengewalt heute liegen?
In seinem leidenschaftlichen Plädoyer für bewusste Wahrnehmung des gesellschaftlichen Lebens wirft Žižek einerseits einen kompromisslosen Blick auf die kapitalistischen Demokratien, in denen wir leben, und spricht sich gleichzeitig dafür aus, dem Versuch zu widerstehen, sofort zu reagieren. Žižek plädiert „auf
Zeit“, auf jene Zeit, die für eine kritische Analyse und eine daraus folgende Erkenntnis notwendig ist. Dem Druck zum Handeln muß man nach Žižek widerstehen, wenn dieses Handeln aus dem Druck der Verhältnisse und nicht aus dem Begriff über die Situation und ihrer Lösung kommt. Erst dann ist der Mensch zum wirklichen systemverändernden Widerstand befähigt. So wie Picasso auf die Frage eines erschrockenen deutschen Offiziers beim Betrachten des Bildes „Guernica“: „Haben Sie das gemacht?“ mit dem Hinweis antwortet, „Nein, Sie haben das gemacht“, so antwortet Žižek auf die Reaktionen über die Wut in den Banlieus, dass sie nur Produkt der zerstörenden Politik des Herrschaftssystems sind.
Žižek bezieht sich auf die sogenannte hohe Kultur ebenso wie auf die sogenannte einfache; in seinen Analysen arbeitet er mit Kant und Lacan und bezieht das zeitgenössische Kino mit ein. Er diskutiert die inhärente Gewalt der Globalisierung des Kapitalismus, des Fundamentalismus und der Sprache in einem Werk, welches seinen Rang als einen der bedeutendsten und aufrührerischen modernen Denker bestätigt. Dieses Buch wird eine neue Agenda in Bezug auf unser Denken über die Gewalt eröffnen.


