Band 60
Jodi Dean: Der Kommunistische Horizont
ISBN: 
978-3-944233-55-0
Erschienen im März 2016
Preis: 
22€
ca. 180 Seiten

Eine aufstrebende Denkerin über die Neubelebung der kommunistischen Idee. In ihrem aktuellen Buch löst Jodi Dean das kommunistische Ideal von den Verfehlungen der Sowjetunion und wendet sich damit gegen die weiter wirksamen Vorurteile des Kalten Krieges.

Heute, in einer Zeit, da die Geschäftigkeit des internationalen Bankenwesens die ausgebeuteten Bevölkerungsschichten weltweit wachgerüttelt und ins Bild gesetzt hat über die Unzulänglichkeit eines Wirtschaft Systems, das sich ewigem Wachstum verschrieben hat, ist es höchste Zeit für die Linke, ihr melancholisches Arrangement mit dem Kapitalismus zu beenden.

Im neuen Kapitalismus der vernetzten Informationstechnologien wird selbst unsere Kommunikationsfähigkeit ausgebeutet und verwertet. Aber eine Revolution ist immer noch möglich, wenn wir uns auf der Basis unseres gemeinsamen und kollektiven Begehrens organisieren. In ihrer Analyse der Occupy-Bewegung argumentiert Dean, dass sich deren Spontaneität nicht zu einer Revolution auswachsen kann – dazu muss sich die Bewegung als Partei konstituieren.

Als Werk von drängender Relevanz ist Der kommunistische Horizont nicht weniger als ein Manifest für eine neue kollektive Politik.

Aus dem Englischen übersetzt von Andreas Förster.

 

»Wer heute für Emanzipation kämpft, braucht genau das: eine einzigartige Kombination aus theoretischer Stringenz und realistischer Einschätzung der Zwickmühle, in der wir stecken. Wer noch in Illusionen über die liberale Demokratie schwelgt, dem sei nur gesagt: Lies Jodi Deans neues Buch!«

Slavoj Žižek

 


 

Jodi Dean, geboren 1962, verteidigt die Idee des Kommunismus. Als Professorin lehrt sie Politikwissenschaft und (digitale) Medientheorie an den Hobart and William Smith Colleges in Geneva, New York. Ihre Arbeit speist sich aus dem Marxismus und Poststrukturalismus sowie der Psychoanalyse und richtet sich auf feministische wie kulturelle Aspekte und insbesondere auf die Rolle der Technologie. Ihr Begriff des »kommunikativen Kapitalismus« stellt die verstärkte Rolle der Kommunikation in der Produktion heraus: die Verschmelzung von Demokratie und Kapitalismus zu einer integrierten Formation.

Zu ihren Veröffentlichungen zählen unter anderem Reformatting Politics (2006; Co-Hrsg.), Democracy and Other Neoliberal Fantasies (2009) sowie Blog Theory (2010). Sie ist Mitglied der Redaktion des Journals Theory & Event

Pressestimmen: 

»Ausgehend von der kommunistischen Hypothese entwickelt die US‑amerikanische Politikwissenschaftlerin unter Rückgriff auf die marxistische Tradition, vor allem Lukács und Lenin, und die Psychoanalyse nach Jacques Lacan ihr Argument für die Notwendigkeit einer neuen kommunistischen Partei. Genau wie Žižek und im Unterschied zu Negri und Badiou postuliert sie, ›dass eine Politik ohne die organisatorische Form der Partei eine Politik ohne Politik ist‹. Mit dieser Arbeit verfolgt sie das Ziel, diese Form der Partei nicht nur auf neue Weise zu rechtfertigen, sondern auch die Idee selbst weiterzudenken.[…]
Insgesamt fällt abschließend die gute editorische Arbeit des Laika Verlags auf. Neben der Nennung des englischen Originals bei mehrdeutigen Begriffen enthält das Buch Übersetzungsanmerkungen und vorbildlich aufgearbeitete Quellenangaben.«
Janosik Herder, Portal für Politikwissenschaft

»Der kommunistische Horizont ist für Jodi Dean immer noch eine Idee, die ›der Hinweis auf eine Denkaufgabe ist, die immer noch und zunehmend offen ist‹, zitiert sie Jean-Luc Nancy. Aber
gerade das sei das Problem der Linken (gewesen), dass sie diesen kommunistischen Horizont aus den Augen verloren hätten. Der Schwerpunkt habe sich vielmehr auf ästhetische Aktionen verlagert, die die Politik vom organisierten Kampf der Werktätigen abspalte und Politik in etwas für Zuschauer verwandle. Die Zuschauer könnten bezahlen und sich dafür ›radikal‹ fühlen: radical chic sogar. ›Das Abfeiern kurzer Aktionen und einzigartiger Happenings – die spielerische Störung, der zeitweilig kontroverse Film oder Roman – funktioniert auf die gleiche Weise.‹ Das einzigartige Happening entkopple aber die Aufgabe vom Ziel, so Dean. […]
Der Neoliberalismus hat sich vor allem als Instrument der Generierung von Reichtum für die oberen Einkommensklassen bewährt, aber nur Investitionen (F.I.R.E.) nicht aber Produktion getätigt. Das 1e% wird gefördert und die anderen 99% ausgebeutet. Aber der Neoliberalismus ist spätestens seit der Finanzkrise 2008 tot. What’s next? Jodi Dean versucht auch darauf eine Antwort zu finden.«
Jürgen Weber, Versalia – das Literaturportal