Band 29:
Nina Power: Das kollektive politische Subjekt – Aufsätze zur kritischen Philosophie
ISBN: 
978-3-944233-34-5
Erscheint Oktober 2015
Preis: 
24,00 €
264 Seiten

In welchem Verhältnis steht die Vernunft zur Revolte? Lässt sich Widerstand bloß noch als isolierter Akt der Verweigerung denken wie bei Melvilles Bartleby? Oder kann ein neues Kollektiv-Subjekt begründet werden – das am Ende gar kommunistisch wäre? Wie können die politisch Handelnden einander als Gleiche erkennen? Und welche Initialzündungen erschaffen ein Kollektiv, dessen Subjekte sich in einer universellen Fragestellung wiederfinden?

Diesen Fragen nähert sich Nina Power unter Rückgriff auf die aktuelle kritische Philosophie. Alain Badiou, Jacques Rancière und Giorgio Agamben, aber auch moderne Klassiker wie Jean-Paul Sartre, Noam Chomsky und Louis Althusser markieren die Referenzpunkte ihrer intellektuellen Auseinandersetzung. Mit genauem Blick widmet sich die britische Philosophin in ihren hier erstmals versammelten Aufsätzen dem Verhältnis von Macht, Gleichheit, Restauration, Individuum und Kollektiv.

»Das kollektive politische Subjekt in Theorie und Praxis ist das Antidot zur Nabelschau der Philosophie.« – dieser Satz Nina Powers steht wie ein Motto über allen Aufsätzen des Bandes, in denen es der Autorin immer darum geht, die Philosophie aus dieser Nabelschau zu lösen und an politisches Handeln zu binden.

Für Power bildet das kollektive politische Subjekt in Theorie und Praxis ein Gegengift zu dem nach innen gerichteten Blick der Philosophie. Ihre Ausführungen zur Theorie aktiven politischen Handelns schärfen den Blick für grundsätzliche Streitfragen der kritischen Philosophie. Und diese lassen sich auch außerhalb finden, werden sie doch etwa von Seiten der Protestbewegungen der letzten Jahre artikuliert. Wer für das Gemeinsame streitet, geht mit der aktiven Übernahme des politischen Raums auch das Risiko des Scheiterns ein, doch die Philosophie weiß um dessen Potential, welches auch die Möglichkeit zur Erneuerung in sich birgt.

Die in den letzten Jahren entstandenen Aufsätze erscheinen hier erstmals in Buchform und werden mit einem Vorwort von Nina Power eingeleitet.

 


Nina Power lehrt Philosophie an der University of Roehampton und Critical Writing in Art & Design am Royal College of Art. Sie ist Autorin des Buches One-Dimensional Woman (Zer0, 2009), das 2011 unter dem Titel Die eindimensionale Frau auch auf Deutsch erschien. Power entwickelt darin Ideen für Veränderungen in der Arbeitswelt, in der Sexualität und in der Kultur, die wichtige Grundlagen für einen zukünftigen Feminismus liefern. Sie ist Verfasserin zahlreicher Artikel über Europäische Philosophie, Politik und Kultur. Nina Power lebt in London.

Pressestimmen: 

»In spannenden und scharfsinnigen Aufsätzen tritt Power [...] in Diskussion mit Agamben, Althusser, Badiou, Bosteels, Chomsky, Critchley, Rancière und Sartre, die sie aus Gründen historischer Parallelen im Lichte von Marx und Feuerbach führt.«

Jahrbuch für Extremismus & Demokratie