Band 4:
Saree Makdisi: Palästina – Innenansichten einer Belagerung
ISBN: 
978-3-942281-90-4
Erschienen September 2011
Preis: 
21,00 €
420 Seiten

Saree Makdisi belegt anhand bisher unveröffentlichter Dokumente aus den israelischen Militärarchiven und anhand der minutiösen Dokumentation der Fragmentierung palästinensischer Gebiete seine Sicht, dass eine Zweistaatenlösung längst illusorisch geworden ist. Makdisi sieht als einzige realistische Alternative einen multiethnischen, demokratischen Staat.

Saree Makdisis Buch ist keine Schilderung des Widerstandes gegen die israelische Besatzungs- politik, sondern eine minutiöse Bestandsaufnahme des alltäglichen Belagerungszustandes. Zu Wort kommen die Opfer der Besatzungspolitik – Bauern, Hirten und Hausfrauen aus den besetzten Gebieten – und es wird die alltägliche Schikane durch Behörden, Militär und Polizei geschildert. Begreifbar wird durch diesen Report, dass ein normales Leben weder in der Westbank noch im Gaza-Streifen möglich ist. Die täglichen Erniedrigungen, Misshandlungen und gewaltsamen Übergriffe der Besatzungsbehörden und Militärs berauben die Menschen in Palästina ihrer Würde und Menschenrechte, machen sie zu Objekten einer unberechenbaren Willkürherrschaft. Ziel dieser Politik ist es, den Widerstands- willen eines ganzen Volkes zu brechen.

Saree Makdisis Buch, nominiert für den „Humanitarian Book Award“, wurde vom amerikanischen Ex-Präsidenten Jimmy Carter als „eines der wichtigsten und besten Bücher der letzten Jahre zum Nahost- Konflikt“ bezeichnet.

 


makdisi

Saree Makdisi, Professor für englische Literatur und vergleichende Literaturwissenschaft an der UCLA in Los Angeles, ein Neffe des 2003 verstorbenen Harvard-Professors Edward Said, legt mit Palästina – Innenansichten einer Belagerung keine neue Chronik israelischer Besatzungspolitik seit 1948 vor, sondern eine detaillierte Untersuchung des alltäglichen Lebens der Menschen, die einem auf Militärrepression gegründeten kolonialen Besatzungsregime ausgesetzt sind.

Pressestimmen: 

»Das Buch besticht durch genaue Beobachtung. (...) Makdisi überschreibt die palästinensische Realität immer wieder mit dem Verhältnis von Außen und Innen. Diese Begriffe spielen in der palästinensischen Gesellschaft eine besondere Rolle, wird sie doch zum einen durch eine Besatzung von außen reglementiert und zum anderen durch Mauern, Straßensperren und Abriegelungen immer wieder auf sich selbst nach innen zurück geworfen. Es geht ihm darum, den Alltag unter der Besatzung klar zu machen. Er stellt dar, wie das Land jenseits der israelischen Mauer für die Palästinenser in der Westbank immer unerreichbarer und damit zum Außen wird.
(...) Wer das Buch gelesen hat, der kann die Palästinenser und damit den ganzen Nahost-Konflikt besser verstehen. (...) Zu Makdisi sollte jeder greifen, der sich mit Israel und Palästina beschäftigt.«
Helge Buttkereit, Deutschlandfunk, »Andruck«

 

»Angesichts der fortdauernden Besatzungs- und Siedlungspolitik der Regierung in Jerusalem hat sich die Skepsis gegenüber Berichten von den Unterdrückten über das Land der Unterdrückten gelegt. Das gilt für Saree Makdisis außerordentlich detaillierten und exzellent recherchierten Bericht über die bürokratischen und militärischen Schikanen, denen die Palästinenser täglich ausgesetzt sind. (...) Makdisi, in den USA als Sohn eines libanesischen Professors und einer palästinensischen Wissenschaftlerin geboren, hat eine Dokumentation vorgelegt, die anhand von Quellen belegt, wie die israelische Politik das tägliche Leben der Palästinenser abzuwürgen versucht. Makdisi (...) schreibt über seinen Quellen, sie seien eine Kombination persönlicher Erlebnisse, von Berichten internationaler Organisationen, Recherchen der Vereinten Nationen und Untersuchungen der israelischen Menschenrechtsorganisation B`Tselem. (...) Fast jedem seiner Kapitel lässt Saree Makdisi eine Statistik folgen. Es lohnt sich, aus diesen erschütternden Dokumenten, die ein Herzstück des Buches sind, ausführlicher zu zitieren. (...) eine erschütternde Innenansicht.« Heiko Flottau, Süddeutsche Zeitung