Band 14
Norman G. Finkelstein: Methode und Wahnsinn. Die Hintergründe der israelischen Angriffe auf Gaza
ISBN: 
978-3-944233-62-8
Erschienen im März 2016
Preis: 
19€
152 Seiten

In den vergangenen sieben Jahren hat die israelische Armee den Gaza-Streifen dreimal angegriffen.

»Operation Gegossenes Blei« (2008/2009), »Operation Säule der Verteidigung« (2012) und »Operation Fels in der Brandung« (2014) kosteten fast viertausend Palästinensern das Leben, Tausende wurden schwer verletzt. Der Gaza-Streifen ist bis heute ein Trümmerfeld, und die UN erklärte, spätestens 2020 sei dieses größte Freiluftgefängnis des Planeten unbewohnbar.

Die von der internationalen Gemeinschaft und der EU versprochenen Hilfsgelder für den Wiederaufbau und die notwendige Versorgung der BewohnerInnen des Gaza-Streifens blieben bis heute aus. Norman Finkelstein untersucht in seinem jüngsten Buch die Methodik israelischer Politik in Bezug auf Gaza und das Westjordanland und weist detailliert nach, dass die Angriffe nicht der Selbstverteidigung des Staates Israel dienten, sondern Bausteine einer strategischen Planung zur Zerstörung Gazas und der Verhinderung eines souveränen Staates Palästina sind. Die von der UN seit Jahrzehnten eingeforderte Zwei-Staaten-Lösung wird dadurch zur Fiktion. Belohnt wird die Politik Israels am Ende des Jahres 2015 mit nahezu einer Verdopplung amerikanischer Militärhilfe für Benjamin Netanjahus Regierung. Insoweit ist Finkelsteins Verweis auf Shakespeares Hamlet »Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode« die treffende Beschreibung der politischen Realität.

Aus dem Englischen übersetzt von Maren Hackmann-Mahajan


 


 


Norman G. Finkelstein, geboren 1953, studierte Politologie an der Universität Princeton. Er lehrte unter anderem an der New York University, am Hunter College und an der DePaul University in Chicago. Norman Finkelstein ist Autor mehrerer Bücher zum Themenkomplex Zionismus, Nahostkonflikt und Holocaust-Gedenken. Zahlreiche seiner Werke sind in deutscher Sprache erschienen, darunter Israels Invasion in Gaza (2011), Antisemitismus als politische Waffe. Israel, Amerika und der Missbrauch der Geschichte (2006) und Die Holocaustindustrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird (2001). Finkelstein lebt in Brooklyn, New York.

Pressestimmen: 

»Bei der Darstellung des ersten Gazakriegs und der Affäre um den Goldstone-Bericht ist Finkelsteins Buch hilfreich. Denn es zeichnet nüchtern nach, welche Verbrechen begangen wurden und wie systematisch die israelische Regierung den UNO-Bericht und Goldstone als Person diskreditierte, auch durch Instrumentalisierung des Holocaust, wenn Goldstone etwa als Verräter und schlimmer als Josef Mengele bezeichnet wurde oder Kritik an Israels Kriegen pauschal als antisemitisch gebrandmarkt wurde. […] Den Teufelskreis der Gewalt in Israel und Palästina zu durchbrechen wäre entscheidend. Und in diesem Sinne ist Finkelsteins abschließendes Plädoyer für einen gewaltfreien palästinensischen Widerstand zwar naiv, aber interessant, denn es wäre ein Lackmustest für die Behauptung, dass auch die radikal-islamischen Palästinenser bereit seien, friedlich mit Israel zu leben.«

Roman Herzog, SWR 2