Band 32:
Verdeckter Bürgerkrieg und Klassenkampf in Italien Band II – Die sechziger Jahre Revolte und Strategie der Spannung
ISBN: 
978-3-944233-31-4
Erschienen im Oktober 2015
Preis: 
29,90 €
424 Seiten

Band II zur politischen Nachkriegsgeschichte Italiens legt den Schwerpunkt auf die Jahre 1967, 68 und 69. In Italien entwickeln sich in den sechziger Jahren starke Verbindungen zwischen der aufbrechenden Studentenbewegung und der sich politisch radikalisierenden Arbeiterbewegung. Dabei gerät die Kommunistische Partei Italiens (PCI), die selber gleichzeitig auf der Suche nach einer neuen Identität jenseits der Zuordnung zum östlichen Staatssozialismus ist, wegen ihres verwalteten Klassenkampfes in starke Kritik.


Gegen diese neue Revolte verbinden sich Teile des Staatsapparates mit neofaschistischen Gruppen und eröffnen selbst einen verdeckten bewaffneten Kampf gegen die Linke. Ein mörderischer Höhepunkt dieser Strategie der Spannung ist der am 12. Dezember 1969 von Neofaschisten verübte Bombenanschlag auf der Mailänder Piazza Fontana, bei dem 17 Menschen getötet und 88 verletzt werden. Teile des Staatsapparates versuchen, diesen Anschlag den Linken in die Schuhe zu schieben, aus dem Kalkül, damit eine autoritäre Lösung der sozialen Konflikte herbeiführen zu können.

Mit Analysen der Historiker Diego Giachetti und Mimmo Franzinelli und der Einführung der kollektiv vorgenommenen »Gegenermittlung« der außerparlamentarischen Linken.

Dem Band liegen acht Filme bei, darunter der vom LAIKA Verlag gemeinsam mit der Stiftung Cineteca di Bologna restaurierte Film 12 dicembre von Pier Paolo Pasolini und Lotta Continua, der ein Jahr nach dem Attentat auf der Piazza Fontana entstand und wie kaum ein anderer die Stimmung nach dem Beginn der Strategie der Spannung zeigt.

 

Diesem Band liegen 2 DVDs mit 8 Filmen bei:

DVD 1
Come favolosi fuochi d'artificio
- Wie ein fabelhaftes Feuerwerk
I 1967, s/w, 30 min. Regie: Lino Del Fra

In cerca del sessantotto. Tracce e indizi - Auf der Suche nach Achtundsechzig. Spuren und Indizien
I 1996, s/w, 74 min. Regie: Giuseppe Bertolucci

Dell conoscenza - Über das Bewusstsein
I 1968, s/w und Farbe, 34 min. Regie: Alessandra Bocchetti

Cinegiornale del Movimento Studentesco n.1 - Wochenschau der Studentenbewegung Nr. 1
I 1968, s/w, 43 min. Regie: Movimento Studentesco

Perché Viareggio - Warum Viareggio?
I 1969, s/w, 44 min. Regie: Movimento Studentesco

DVD 2
Contratto
- Vertrag
I 1970, s/w und Farbe, 76 min. Regie: Ugo Gregoretti

12 dicembre - Der 12. Dezember
I 1972, s/w, 140 min. Regie: Giovanni Bonfanti, Pier Paolo Pasolini (restauriert von Laika-Verlag und der Cineteca di Bologna)

Ipotesi sulla morte di G. Pinelli - Hypothesen über den Tod des G. Pinelli
I 1970, s/w, 13 min. Regie: Elio Petri

Pressestimmen: 

»Dem LAIKA-Verlag und der redaktionellen Leiterin Gabriella Angheleddu ist es durch aufwendige Recherchen gelungen, den verschollen geglaubten Film aufzuspüren und ihn restaurieren zu lassen. Und obwohl das schon für sich genommen überaus verdienstvoll ist, stellt der Film nur einen Höhepunkt einer ausgezeichneten Zusammenstellung von elf Texten, acht Filmen, unzähligen Fotos sowie einer sehr hilfreichen, ausführlichen Chronologie dar. Er macht große Lust auf hoffentlich bald erscheinende weitere Bände über die 1970er Jahre, in denen es viel zu erzählen gäbe über eine starke Frauenbewegung, Stadtguerilla und Jugendrevolte.« 

TERZ – Stattzeitung Düsseldorf

 

»Der›historischen Rekonstruktion‹ der Ereignisse widmet sich etwa Diego Giachetti in ›Über Achtundsechzig hinaus‹ und gibt einen interessanten Überblick über die Vielfältigkeit der Bewegung.[…] Mit insgesamt 11 Analysen der Historiker Diego Giachetti und Mimmo Franzinelli und der Einführung der kollektiv vorgenommenen ›Gegenermittlung‹ der außerparlamentarischen Linken sowie acht (!) Filmen - darunter der vom LAIKA Verlag gemeinsam mit der Stiftung Cineteca di Bologna restaurierte Film 12 dicembre von Pier Paolo Pasolini und Lotta Continua, der ein Jahr nach dem Attentat auf der Piazza Fontana entstand und wie kaum ein anderer die Stimmung nach dem Beginn der Strategie der Spannung zeigt – zeigt diese LAIKA-Produktion wieder einmal, wie man interessante Inhalte ebenso interessant aufbereiten kann. Der redaktionellen Leiterin des LAIKA-Verlages, Gabriella Angheleddu, ist es zudem gelungen, verschollenes Filmmaterial aufzuspüren und restaurieren zu lassen. Viele kommentierte Fotos sowie eine sehr hilfreiche, ausführliche Chronologie machen auch diese Publikation der Bibliothek des Widerstands zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis und einer guten Lektion in Theorie und Praxis der italienischen Linken der Sechziger.«

Jürgen Weber, Versalia – das Literaturportal