Das Buch /
Band 18:
Lieber heute aktiv als morgen radioaktiv I
ISBN: 
978-3-942281-01-0
Erschienen Dezember 2011
Preis: 
29,90 €
232 Seiten

 

Es begann in Wyhl am Oberrhein, der Funke sprang über in die Elbmarsch noch Brokdorf, ins niedersächsische Grohnde und ins bayerische Wackersdorf.

Was als regionale Protestbewegung von Winzern und Bauern begann, wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem Flächenbrand. Die Anti-Atom-Bewegung ist die älteste Protestbewegung Deutschlands, ihre Facetten reichen vom zivilen Protest der verschiedenen Bürgerinitiativen bis zum militanten Widerstand der radikalen Linken.

Band 1 der Edition porträtiert die Anfänge der Bewegung, ihr heterogenes Erscheinungsbild als auch ihre gemeinsame Kraft im Widerstand gegen die Interessen der Energiekonzerne und die zunehmende staatliche Repression.

 


Zu jedem LAIKA-Mediabook gehört eine DVD im hinteren Buchdeckel mit einer filmischen Ergänzung zu den Texten.

Pressestimmen: 

»Im Laika Verlag sind zwei wichtige Bände zur Geschichte (der Anti-AKW-Bewegung) erschienen. (...) Insgesamt bieten die beiden Bände ein ebenso umfassendes wie authentisches Bild des lokalen, regionalen und nationalen Protests der 70er und 80er Jahre. Die Dokumentarfilme belegen das Gefälle zwischen den mit primitiven Mittleln operierenden Demonstranten und der technisch hoch gerüsteten Polizei, die Demonstranten sogar mit Tränengaspetarden aus Hubschraubern angriff und dabei militante und friedliche Demonstranten gleichermaßen traf. Ein wichtiges Stück Zeitgeschichte.«
 

Rudolf Walther, taz


 


»Der gemeinsame Widerstand (...) hat viel bewirkt: Die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf und das Atomkraftwerk in Wyhl sind nie fertig gebaut worden. Im Verlauf der Jahre haben sich bundesweit unzählige ungezählte Menschen am Kampf gegen die Atomenergie beteiligt und erfahren, dass es sich lohnt aufzustehen. Mit seiner Filmographie (...) ist es dem Laika Verlag gelungen, diese für viele so prägende Zeit wieder in Erinnerung zu rufen: Eine überaus sehenswerte Filmkollektion, die auch heute (...) noch Lernprozesse in Gang setzen kann. Und die sind offenbar nötig. Denn wie die Autoren des Vorwortes anmahnen, ist das Ziel – die Stilllegung aller Atomkraftwerke -noch längst nicht erreicht. Schon gar nicht, wenn man über den nationalen Tellerrand blickt.«

 

Gerhard Klas, WDR 3, »Resonanzen«


 


»In den zwei bisher erschienenen Bänden ist den Autoren ein kurzweilig zu lesender Überblick gelungen. Die internen Differenzen werden ebenso wenig verschwiegen wie die nicht immer konfliktfreie Zusammenarbeit lokaler Bürgerinitiativen mit städtischen Linken. (...) Die Buchreihe bietet Geschichte von Unten nicht nur in Textform. Viele Fotos und einige zentrale Filme der Anti-AKW-Bewegung liefern auch einen optischen Eindruck.«

 

Peter Nowak, Neues Deutschland


 


»Ohne Zweifel aber hat der Verlag einer der wichtigsten politischen Bewegungen der bundesdeutschen Geschichte angemessene Aufmerksamkeit gewidmet: Gleich zwei Bände blicken auf die Anti-Atom-Bewegung zurück. (...)Der Name der Bibliothek stellt klar, dass es hier nicht um eine differenzierte wissenschaftliche Aufarbeitung der Bewegungen geht. Es ist erklärtermaßen ein Rückblick aus der linken Binnenperspektive, und das ist gut so. Denn der Anspruch ist ein dokumentarischer. Bewegungen sind flüchtig, sie kommen und gehen, meist gehen sie, hat der Soziologe Ulrich Beck lakonisch angemerkt. Ihre Entwicklungen und Erfahrungen festzuhalten, ist eine wichtige kulturelle Aufgabe. Teil I beginnt gleich mit der interessantesten Geschichte: den Kämpfen der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen, erzählt von Georg Löser, einem Aktivisten, der seit 1972 dabei war. (...)Hochinteressant ist es, in dem Bericht des Aktivisten nachzulesen, wie sich die Bürger organisierten, wie der Protest alle Milieus erfasste, zugleich entschieden und besonnen in seinen Aktionsformen war, und wie dadurch eine Kraft entstand, die selbst die mit großer Mehrheit in Stuttgart regierende CDU nicht ignorieren konnte. (...) Am Ende hatte nicht nur der Kampf gegen das geplante AKW in Wyhl Erfolg - eine ganze Region hatte sich dadurch politisch und kulturell verändert, war offener, aktiver und klüger geworden. Ein Lehrstück in Sachen kämpferischer "Demokratie von unten".

 

(...)

Die Edition leistet, was man von ihr erwarten muss: einen authentischen Blick zurück auf die Bewegungen, die letztlich die Voraussetzungen für den vorzeitigen Ausstieg der Bundesrepublik aus der Atomenergie geschaffen haben. Ganz ausgezeichnet sind die Filme, die auf insgesamt acht DVDs den beiden Büchern beigefügt sind. Sie ergänzen die Berichte zu einer bemerkenswerten und wichtigen "Dokumentation von unten« zur Zeitgeschichte.«

Winfried Sträter, Deutschlandradio Kultur


 


»Zwei Bücher dokumentieren die Protestbewegungen gegen die deutsche Atompolitik der 70er- und 80er-Jahre. Mit Texten, Fotos und Filmen.  … Es ist für die Atomkraftbewegung typisch, dass sie sich durch Niederlagen nicht entmutigt und durch Erfolge nicht größenwahnsinnig wurde. Sie wusste und weiß, dass sie »im Ernstfall hilflos« ist gegen die geballte Macht von Wirtschaft, Staat, Polizei und Justiz. Die 21 Bürgerinitiativen aus Baden und dem Elsass, die sich 1974 zusammenschlossen, arbeiten bis heute am Umbau der Region zu einer Solarregion. … Vielen Kämpfe gegen die Kernkraftpolitik fielen zeitlich fast zusammen mit den terroristischen Anschlägen der RAF im Jahr 1977. Die zeitliche Koinzidenz beeinflusste vor allem das Medienecho. Die Springerpresse rückte den Protest gegen die Atompolitik in einen Zusammenhang mit dem Terrorismus: »Der harte Kern besteht aus reinen Terroristen, ja sogar aus Verbrechern«, hieß es in der »Bild«-Zeitung vom 16. Februar 1977. … So dokumentieren die beiden Bände hervorragend ein wichtiges Stück Zeitgeschichte.«

 

Rudolf Walther, TagesAnzeiger