Band 11:
Luciana Castellina: Die Entdeckung der Welt
ISBN: 
978-3-944233-64-2
Erscheint im Mai 2016
Preis: 
21€
216 Seiten

Ausgehend von den Tagebüchern, die Luciana Castellina, legendäre Mitgründerin der Zeitung il manifesto, als junges Mädchen geschrieben hat, erzählt »Die Entdeckung der Welt« von ihrem politischen Erwachen als Teenager im faschistischen Italien: von dem Tag an, als sie am 25. Juli 1943 das Tennisspiel mit ihrer Klassenkameradin Anna Maria Mussolini unterbrechen musste, weil der Duce, Anna Marias Vater, in Rom gerade verhaftet worden war, über den Zusammenbruch des Regimes bis hin zu ihrem Eintritt in die Kommunistische Partei Italiens 1947. In diesem Zeitraum findet die Entwicklung eines Mädchens aus großbürgerlichem Hause statt, das sich mit der Welt und der Geschichte konfrontiert.

»Die Entdeckung der Welt«  ist ein Buch über Krieg, Antisemitismus, Antifaschismus, Widerstand, den Glauben an soziale Gerechtigkeit, den Hunger nach Erfahrungen; über Reisen, Kino, französische Intellektuelle und FIAT-Arbeiter, internationale Diplomatie und Freundschaft. Dabei verweben sich Vernunft und Leidenschaft, existenzielle Fragen, Erkenntnis und feine Selbstironie zu einer dichten autobiographischen Erzählung.

Aus dem Italienischen von Christiane Barckhausen-Canale

 


 

Luciana Castellina, geboren 1929, Journalistin und Schriftstellerin, aber vor allem kämpferische Politikerin und seit den 60er-Jahren eine der führenden Persönlichkeiten der italienischen Linken, trat 1947 in die Kommunistische Partei Italiens ein. 1969, als sie zusammen mit Lucio Magri, Aldo Natoli, Valentino Parlato, Luigi Pintor und Rossana Rossanda die Zeitung il manifesto gründete, wurde sie aus der Partei ausgeschlossen. Sie hat den Partito di Unità Proletaria per il Comunismo (PdUP; Partei der proletarischen Einheit für den Kommunismus) mitbegründet und war von 1979 bis 1999 Abgeordnete im Europäischen Parlament. Mit Die Entdeckung der Welt war sie 2011 in Italien für den Literaturpreis Strega nominiert. Ihr Buch Siberiana hat den Literaturpreis Vallombrosa gewonnen. Zuletzt veröffentlichte sie 2014 zusammen mit Milena Agus Guardati dalla mia fame (Hüte Dich vor meinem Hunger).

 

Pressestimmen: 


»Ein antiheroischer Bericht, Beschreibung einer Erziehung der Gefühle, genährt von Leidenschaft, Neugier und der Leichtigkeit des Seins. Geschrieben mit einer begierigen Ernsthaftigkeit, die immer wieder durchbricht.«

La Repubblica


»Luciana Castellina erzählt ihre Geschichte mit Leichtigkeit und ohne jeden Narzissmus [...].«

Corriere della Sera


»Ein wunderschönes Buch, erzählerisch aufgebaut rund um ihre Tagebuchaufzeichnungen der Jahre 1943 bis 1947.«

La Stampa


»So lange es solche Leben und Zeugnisse wie Luciana Castellinas ›Die Entdeckung der Welt‹ gibt, werden wir nicht vollkommener Dunkelheit ausgesetzt sein.«
Ettore Scola

 

»Zeitlos schön sind die Erinnerungen der großen alten Dame des italienischen Kommunismus.[…] Luciana Castellina ist eine gnadenlos ehrliche Beobachterin ihrer selbst wie all des Neuen, das sie so begeistert, wie es sie manchmal überwältigt.«
Ambros Waibel, taz – Die Tageszeitung

 

»Die jetzt vorliegenden Jugenderinnerungen zeigen die Ernsthaftigkeit ihrer politischen Lebensentscheidungen. ›Die Entdeckung der Welt‹ ist ein ›antiheroischer Bericht‹ (La Republica), erzählt von einer ebenso mutigen wie selbstkritischen Protagonistin.«
Jens Renner, Die Wochenzeitung (WOZ)

 

»Links schreiben, ein Leben lang«: Luciana Castellina im Gespräch mit Axel Schröder, Deutschlandradio Kultur, Lesart, 19.9.2016:
http://www.deutschlandradio.de/text-und-audio-suche.287.de.html?search%5...

 

»Gerade wurde sie 87 Jahre alt: Luciana Castellina, italienische Kommunistin, Journalistin, von 1979 bis 1999 Abgeordnete im Europäischen Parlament, veröffentlicht auch im hohen Alter immer noch lesenswerte Kommentare zum Zeitgeschehen, vorzugsweise in der 1969 von ihr mitgegründeten Zeitung Il Manifesto. Ihre Erinnerungen ›Die Entdeckung der Welt‹ beschränken sich auf die Zeit ihres Erwachsenwerdens, die sie anhand alter Tagebücher rekonstruiert.«
analyse & kritik (ak)

 

»Leidenschaftlich und mit der Weisheit des Alters geschrieben, ergründet Luciana Castellina ihre Entwicklung vom bürgerlichen Kind zur kritischen Kommunistin. Neugierig reflektiert sie, dicht wie auch leicht formuliert, die ersten 18 Jahre ihres Lebens. In ihren Erinnerungen verbindet sie dabei ihre persönliche Geschichte mit den historischen und kulturellen Ereignissen des faschistischen Italien und der kurzen Zeit danach, in der sich dessen politische Landschaft wie auch ihr eigener Weg formten.«
AVIVA – Online Magazin für Frauen